In ihrer künstlerischen Arbeit bewegt sich Geli von der Schulenburg immer wieder zwischen zwei Polen, die zunächst gegensätzlich erscheinen mögen: zwischen Ruhe und Bewegung. Die Menschen und Tiere, die sie ins Bild setzt, wirken oft verinnerlicht, beinah traumverloren (…). Zwar bestimmen Menschen, Tiere und Gegenstände als Motiv die Bildaussage. Aber die Flächen bilden nicht selten einen eigenständigen Konterpart dazu und werden selbst zum Bedeutungs- und Handlungsträger. So legt sich über die Figuren eine Stille und Gemütsruhe, die dem banalen Alltag vollständig enthoben ist. Die Innerlichkeit solcher Gesichter lässt die Zuversicht erahnen, die wie ein Signal in den Zeichnungen aufscheint. Die Tiefe des Ausdrucks, die sich vor allem in den Tierporträts darstellt, hat die Künstlerin über viele Jahre in mehreren Serien entwickelt. Geli von der Schulenburg reagiert nicht nur intuitiv auf Motive, sie ordnet sie mit Linien und Strukturen neu: sie modelliert mit Pigmentstiften, mit Tusche, Acryl und Wasser und bringt so Schwerpunkte wie auch Perspektiven in ihre Bilder, die dem Blick halt geben.
Themen wie Zeit, Entgrenzung, Sein und Nichtsein spielen für die Künstlerin eine große Rolle. Dabei schöpft sie aus ihrem Erfahrungsschatz, den sie als ästhetisch inspirierte Künstlerin in der Auseinandersetzung mit der Kunst, auch durch Beschäftigung mit alten Meistern wie Dürer, Giorgione oder Goya gewonnen hat. Jenseits aller stilistischen Zeitgenossenschaft wirken die Arbeiten von Geli von der Schulenburg gänzlich unverstellt: ein eindringliches und starkes Zeichen bis hin in die Katastrophen unserer Gegenwart.
(Dr. Monika Sandhack)
Geli von der Schulenburg studierte in Frankfurt am Main und Darmstadt Kunst und Architektur. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main (www.gelischulenburg.de)

